Ausbildungsformen

 

Je nach Art des Ausbildungsbereiches kann ein angehender Assistenzhund in unterschiedlichen Modulen ausgebildet werden:

 

Fremdausbildung:

Der Assistenzhund wird komplett von einem Trainer oder einer Ausbildungsstätte ausgesucht und trainiert und als fertig ausgebildeter Assistenzhund an seinen zukünftigen Assistenznehmer und Halter weitervermittelt. Natürlich werden Hund und Mensch auch noch eine gewisse Zeit als Team geschult. Das Risiko für die charakterliche und gesundheitliche Eignung sowie die korrekte Arbeitsweise des Hundes liegen hier bei der Ausbildungsstätte.

 

Auf Grund des hohen Zeitaufwandes, der medizinischen Versorgung und Betreuung des Hundes seitens der Ausbildungsstätte sind die Kosten für diese Ausbildungsform mit am höchsten (ca. 15.000 bis 30.000€).

 

Geeignet ist diese Ausbildungsform für Assistenzbereiche mit sich gleichenden Aufgabengebieten, wie z.B. Blindenführhunden, Mobilitätsassistenzhunden (Servicehunde) oder auch Signalhunden.

 

Selbstausbildung mit Trainerunterstützung:

Der angehende Assistenzhund wird von dem Assistenznehmer/Halter selbst, mit Hilfe eines Trainers und unter entsprechender Anleitung, ausgebildet und trainiert. Geeignet ist diese Ausbildungsform für alle Assistenzbereiche, welche stark individuelle Einschränkungen/ unterschiedlichste Krankheitssymptome des Assistenznehmers beinhalten. Vor allem, wenn wichtig ist, dass der angehende Assistenzhund seinen Menschen in und auswendig kennt und eine möglichst starke Bindung besteht, ist es oft von Vorteil, wenn der Hund bei dem Halter lebt. Hierbei werden zwei unterschiedliche Module genutzt:

  • Ausbildung des eigenen Hundes: Entweder ein bereits vorhandener Hund oder ein durch den Assistenznehmer zusammen mit dem Trainer ausgesuchter Hund/Welpe wird nach Überprüfung der Eignung trainiert/ausgebildet. Das Risiko liegt hier hauptsächlich bei dem Halter des Hundes, vor allem sollte beachtet werden, dass gerade bei der Ausbildung von Welpen die gesundheitliche Eignung in der Regel erst in einem Alter von ca. 15 Monaten geprüft werden kann. Sollte sich der Hund dann als ungeeignet erweisen, bleibt der Halter auf den bisherigen Ausgaben und Kosten sitzen. Des Weiteren gilt es dann zu überlegen, ob der Hund als Familienhund bei seinem Halter bleiben kann und ein zweiter Hund die Ausbildung antritt oder ob für den ersten Hund ein anderes Zuhause gesucht werden muss, da der Halter nur einen Hund halten und versorgen kann. Die Kosten dieses Ausbildungsmodules liegen meistens zwischen 3.000 und 10.000€ (Kosten für den Hund, Überprüfung der gesundheitlichen Eignung, Trainerkosten).
  • Ausbildung eines Hundes aus Patenschaft: Hier sucht der Trainer einen geeigneten Welpen aus, welcher bis zur Überprüfung der gesundheitlichen Eignung bei einer ausgesuchten Patenfamilie aufwächst. Dort wird er entsprechend sozialisiert und erhält eine Grundausbildung. Nach der medizinischen Untersuchung vermittelt der Trainer den Hund dann zu seinem neuen Halter und dieser bildet, mit Unterstützung des Trainers, den Hund entsprechend seiner Einschränkungen/ Erkrankungen aus. Das Risiko im Bereich charakterliche und gesundheitliche Eignung liegt hier beim Trainer. Der Halter jedoch ist für die korrekte Umsetzung der Ausbildung (gemäß der Empfehlung des Trainers) und somit für die spätere korrekte Arbeitsweise seines Hundes selbst verantwortlich. Diese Form der Ausbildung kommt vor allem für diejenigen in Frage, die sich mit der Aufzucht und Sozialisierung eines Welpen überfordert fühlen würden und sicher gehen wollen, dass sie einen gesunden Hund ausbilden. Die Kosten dieses Ausbildungsmodules belaufen sich in der Regel auf ca. 7.500 bis 20.000€ (Kosten für den gesunden, sozialisierten und grundausgebildeten Hund, Trainerkosten).