Verhalten von Assistenzhundeteams in der Öffentlichkeit

 

Bedingt dadurch, dass ein ausgebildeter Assistenzhund zu vielen Orten Zutritt hat, welche ein Familienhund nicht betreten darf, sollte er sich dort natürlich entsprechend von seiner besten Seite zeigen.

 

Leider trifft man immer wieder auf Menschen, welche aus verschiedensten Gründen erstmal mit Abneigung auf die Anwesenheit eines Assistenzhundes reagieren. Statt sich als Assistenzhundeführer darüber zu ärgern, sollte man seinem Gegenüber mit Verständnis und Freundlichkeit entgegentreten, eben mit dem Verhalten, welches man sich selbst gegenüber wünschen würde. Denn wer weiß schon, was die Abneigung eines Menschen gegenüber eines Hundes hervorruft? Eventuell hat diese Person panische Angst vor Hunden, wurde gar schon einmal gebissen. Oder es liegt eine starke Allergie gegen Hunde vor. Oftmals wissen es solche Personen aber auch einfach nicht besser, weil sie zum ersten Mal einem Assistenzhundeteam gegenüberstehen und dem entsprechend einfach keine Vorstellung davon haben, wie wichtig dieser Hund für seinen Halter überhaupt ist.

 

Umso wichtiger ist es, dass ein Assistenzhundeteam einen neutralen bis positiven Eindruck hinterlässt.

 

Für den Assistenzhundeführer bedeutet dies:

 

  • einen möglichst freundlichen Umgang mit anderen Menschen, selbst wenn diese einem mit Ablehnung begegnen

  • unwissende Menschen möglichst sachlich aufklären

  • einen verständnisvollen und möglichst entgegenkommenden Umgang gerade mit Menschen, welche Angst vor Hunden haben oder aus anderen Gründen Abstand zu tierischen Begleiter brauchen/wünschen

 

Ein Assistenzhund sollte sich wie folgt präsentieren:

 

  • ein ruhiges und ausgeglichenes Verhalten, neutral gegenüber anderen Menschen und Tieren

  • sollte sich möglichst nahe bei seinem Menschen aufhalten, ohne dabei diesem oder anderen Menschen im Weg zu sein (im besten Fall fällt die Anwesenheit eines Assistenzhundes anderen Mitmenschen gar nicht großartig auf)

  • sollte an öffentlichen Orten (Innenstadt, Geschäfte, Praxen, Kirchen, etc.) nicht großartig schnüffeln, geschweige denn sein Geschäft verrichten oder markieren

  • sollte stets einen gepflegten und sauberen Eindruck machen, auch ein zu starker Eigengeruch sollte vermieden werden

  • sollte natürlich auf seinen Menschen und dessen Signale hören und diesen entsprechend nachkommen

  • eine entsprechende Kennzeichnung sollte den Hund als Assistenzhund auszeichnen

 

 

 

Natürlich muss ein Assistenzhund vieles, was das Verhalten in der Öffentlichkeit betrifft, erstmal lernen, denn kein Hund kommt perfekt auf die Welt. Damit außenstehenden aber bewusst wird, dass sie möglichweise gerade einen Assistenzhund in Ausbildung vor sich haben, welcher sich gegebenenfalls noch nicht ganz korrekt verhält, sollte ein solcher Hund auch ganz klar entsprechend gekennzeichnet sein, egal ob mit Aufschrift „Azubi“, „Assistenzhund in Ausbildung“ oder „Assistenzhund Training“.

 

Auch sollte man mit einem Assistenzhund in Ausbildung natürlich nicht direkt überall den Zutritt verlangen oder gar erzwingen, immerhin befindet sich der Hund noch in der Ausbildung, ist oftmals entsprechend jung oder unsozialisiert und man kann noch nicht unbedingt dafür garantieren, dass der Hund sich z.B. im Supermarkt oder auch am Arbeitsplatz korrekt verhält und sich nicht wie ein aufgedrehter Junghund aufführt.

 

Hier sollte erstmal ein entsprechendes Training erfolgen, welches den zukünftigen Assistenzhund auf alle möglichen Situationen vorbereitet. Natürlich finden sich auch zum Training oftmals einige Geschäfte, die grundlegend den Zutritt mit Hund erlauben oder für Trainingseinheiten einfach freundlicherweise eine Ausnahme machen.

 

Grundlegend sollte ein positives Auftreten eines Assistenzhundeteams selbstverständlich sein. Denn gerade im Hinblick auf eine fehlende rechtliche Regelung in Deutschland und den damit verbunden „Grauzonen“  kommt man bei vielen Menschen mit einem freundlichen und aufklärendem Verhalten und einem gut ausgebildetem Assistenzhund oftmals weiter, als wenn man seine Zutrittsrechte einfach „durchboxen“ möchte, und dabei dann eventuell auch noch einen Hund an der Leine hat, welcher nicht unbedingt vertrauenerweckend wirkt oder einen untrainierten/ungepflegten Eindruck macht.